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Montag, 01. September 2008
Madonna und das Buch der Gesichter
Nun ist es vorbei, das Jahrhundertkonzert und ich werde meine Beine wohl nie wieder zum Stehen benutzen können. Was bestimmt auch damit zu tun hat, dass unser lieber Lehrer das Intensivwochenende genau um das Madonna Konzert rum geplant hatte (eigentlich während). Ah ja und dass das Stück, wofür wir drei Tage probten, ein Fitness-Stück ist, sei da auch noch als weiterer Punkt genannt. Heisst soviel wie S P O R T und der immer mit dazulaufendem Text. Natürlich nicht nur gesprochen und gedacht, sondern verinnerlicht, gefühlt und immer korrekt ausgelöst (sense memory, tracking, impulse and choice). Und dazwischen waren 10 Sunden stehing vor der grossen Bühne auf dem Flugplatz Dübendorf. Der Höhepunkt des Konzerts war definiv der weisse, unheimlich attraktive Oldtimer, auf dem Frau Veronica Madonna Louise Ciccone herumstiefelte, die Vorgruppe und das Herz, das die Patrouille Suisse (englisch ausgesprochen) in den Himmel malte.
Samstag, 16. August 2008
Gutenachtgeschichte
Über dem spiegelklaren Wasser des nachtschwarzen Rheins schaut der Mond in voller Rundung auf eine jugendstil-verzierte Gondel, in der ein starker Mann mit Anker-Tätowirung am Arsch eine kostbare Fracht, gehüllt in weissen Tüll, an Land rudert.
Samstag, 12. Juli 2008
Von blutigen Köpfen und Geburtstagshochzeiten
Vorgestern habe ich meine Haare gefärbt. Mit L'Oréal Préférence Kirschrot, wobei ich mir die Farbe immer anhand des Schönheitsgrades der Packungsdame aussuche. Frau Kirschenrot hat also die Wahl gewonnen und landete zu zwei Dritteln auf meinem Kopf und zu einem verteilt auf Waschbecken, Boden, Badewanne und Spiegel. Jedenfalls kriegte ich einen kleinen Schock, als sich der erste Spritzer des Tubeninhalts über meine Stirn schlängelte, er war BLUTROT. Konsistenz und Farbe waren so blutänlich, wie kein Theaterblut es jemals sein würde. Ich als Femme fand das natürlich eklig und versuchte, an etwas anderes zu denken, wie Kirsche zum Bespiel. Aber so mit der Zeit fand ich gefallen an dem Blut auf meinem Kopf. Ich sah aus wie frisch skalpiert, das Waschbecken, als hätten wir unsere Katze darin seziert und meine Hände, mit den L' Oréal-Qualitätshandschuhen geschmückt, als hätte ich gerade eine Brustoperation durchgeführt. Ich dachte mir die grauseligsten Geschichten aus, wärend das Blut aus der Tube über meinen Kopf quellte und während der halben Stunde Einwirkzeit hörte ich das erste Lied meiner Helmut Lohner Platte; den Walzer mit dem Refrain "Ich hab meine Tante geschlachtet". Und ich dachte an die Reines Prochaines, "ich würde gerne einmal jemanden sezieren und dann würde ich alle Organe rausnehmen und nach Grösse und Farbe ordnen." Für die Frauenhochzeit gestern habe ich meine dunkle Seite dann wieder etwas verdrängt und war ganz anständig. Wir haben gesungen und dann haben alle Gäste für mich gesungen, weil ich Geburtstag hatte und ich war ganz gerührt und Pianistin streifte mit dann doch noch den Papierring von der Zigarre über, obwohl sie mich nicht heiraten will, weil wir dann ja beide Sarah Zuber heissen würden und man uns gar nicht mehr voneinander unterscheiden könnte. Nun schaue ich auf unseren frischbepflanzten, verregneten Innenhof und fluche und drohe Petrus, ich werde ihn skalpieren wenn er mir nicht sofort meinen Sommer zurück gibt.
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