Der junge Nereïdensohn ist mein!
Mein lieber Mitbewohner David stellte neulich fest, dass praktisch jeden Tag "welt-irgendwas-Tag" ist. Und er schloss daraus, das diese welt-irgendwas-Tage von Radiosendern spontan erfunden werden, damit sie was zu berichten haben.
Nun, vorgestern war welt-Penthesilea Tag und der begann damit, dass sich Schnittchen in der Rüstkammer des Theater Basel für seinen Monolog an der Schule einkleiden liess. Mitsamt Dolch und Rüstung machte es sich auf nach Zürich, wo es mehrheitlich ausgelacht wurde und 2 Stunden "ich machs dir mal vor" und "die Penthesilea ist eine schwierige Rolle, wir dürfen uns damit nicht blamieren" von der Lehrerin ertragen musste. Womit mit "wir" natürlich ich gemeint war.
Abends gings dann ins Theater Basel, die Penthesilea als Oper kucken und ich war wirklich sehr froh, dass das reizende Fräulein Oda Pretzschner mitspielte, denn alle anderen Amazonen hatten einen krassen Hausfrauen-Touch. Ich werde meiner lieben Lehrerin das nächste Mal die gesungene Variante des Monologs vorschlagen, dann muss ich keine Brüche spielen.
Nun, David hatte vermutlich Recht, "richtige Amazonen haben eben lange Haare", womit meine Chancen sowieso schlecht stehn. Ausserdem ist der einzig wichtige Tag, den man sich merken sollte der WELTFRAUENTAG am 8. März, dann spielen die Schnittchen nämlich zum ersten mal das ganze Programm im Uferlos Luzern.

Von Spitzen und Bahnen
Endlich!! Pianistin ist wieder da! Jetzt geht das Leben wieder los und ich hab gemerkt; ich kann eben doch nicht allzu lang ohne sie sein.
Vermicelles im Globuscafé zum Frühstück, Musik ab Kasette im Schnittchen-Transport, kreative Energie bis zum Überschäumen und natürlich ganz, ganz viele Männer! Darauf musste ich so lange verzichten.
Nun, die Schnittchen haben realisiert, dass so viel Zeit gar nicht mehr vergehen muss bis zur Premiere useres ganzen Progrmms und haben sich ins Fudi gekniffen. Schliesslich brauchen wir für den zweiten Teil was Nettes zu Anziehen!
Soviel wird schon mal verraten: Pianistin wird ein goldenes, Sängerin ein rotes Schnittchen werden. Schnittchen haben sich also aus diesem Grund mit einem ihrer nahen Verwandten auseinandergesetzt: Dem Schnitt-Muster. Diese riesige Papierfläche mit den vielen verscheidenfarbigen durchegzogenen und gestrichelten Linien (für Sportler: man kann es mit einem Turnhallenboden vergleichen) hat uns gleich total fasziniert und bei genauerem hinkucken hat Pianistin sogar die Autobahn von Basel nach Laufen darauf erkannt. Und - unserer Intuition sei Dank - wir langen mit "Bahn" gar nicht mal so falsch. Bahnen spielen nämlich eine wichtige Rolle beim Schneidern von Abendkleidern und wenn man Spitzen unten annähem möchte, dann können sie ein Grund dafür sein, dass das nicht geht. Warum genau haben wir zwar noch nicht verstanden, aber wir begnügten uns mit der Zweitantwort unserer Schneiderin: Spitzen unten sind völliger Gugus, weil man sie eh nicht sieht, wenn man am Klavier sitzt. Wie schade, arme Pianistin!
PS: Ich habe im Internetz noch ein sehr schönes Beispiel für ein Schnittmuster für einen Jonglierball gefunden. Wenn man die Teile nicht zusammennäht kann man sie auch als zwei Slipeinlagen verwenden (mit oder ohne Zugabe).

Verliebt in eine Krankenschwester
Bis anhin hab ich geglaubt, das höchste der Gefühle, was einer jungen Dame wie mir zustossen kann, wäre ein ungebremster Liebesrausch. Falsch. Der Samstag hat bewiesen; es gibt nichts Schöneres und Intensiveres als ein perfekter Chanson Abend mit einer gutaussehenden Schnitte. In diesem Falle war die Schnitte Michael von der Heide und ich hab mich vom Fleck weg in ihn verliebt.
Unsere erste Begegnung war auf dem Klo der Kulturscheune, beziehungsweise davor. Ich kam grad raus, er wollte rein (Ja, richtig es war ein gemischtes Klo), ich grüsst und er schaute mir mit einem anzüglichen "hallooooo!" nach. Ich war sehr geschmeichelt. Ich hatte natürlich den besten Platz von allen und zwar so, dass sich die Musiker für Auf- und Abtritte immer an mir vorbeiquetschen mussten. Und dann, nach dem ersten Teil passierte es: Meine Schnitte fasste mich an der Schulter und strahlte mich an. Ich hatte wärend dem ganzen Konzert ein unmögliches Grinsen auf den Lippen, mein Herzelein pochte und meine Augen waren permanent halb bewässert. Und das schöne dabei ist: Wenn sich eine Lesbe in einen Schwulen verliebt... dann... naja... ist sie ja eigentlich immernoch Homosexuell. Das müsste ich mal meiner Sprachlehrerin erklären.
Schnittchen krallte sich Michael natürlich direkt nach dem Konzert, wir unterhielten uns äusserst angenehm. Und als ich ihm dann ganz schüchtern unsreren Flyer in die Hand drückte mit dem Satz: "Geh doch mal auf unsere Homepage, wenn du magst...", meinte er nur "bini dänkch scho gsii!". Daraus schliesse ich, dass Pianistin und ich berühmt sind und das freut mich sehr. So und nun werde ich ihn anrufen und fragen, ob er mit mir auf Hochzeitsreise nach Venedig kommt....

|
Kostenloses Blog bei Beeplog.de
Die auf Weblogs sichtbaren Daten und Inhalte stammen von
Privatpersonen. Beepworld ist hierfür nicht verantwortlich.