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Du befindest dich in der Kategorie: 5) Sommer 08 Samstag, 16. August 2008
Gutenachtgeschichte
Über dem spiegelklaren Wasser des nachtschwarzen Rheins schaut der Mond in voller Rundung auf eine jugendstil-verzierte Gondel, in der ein starker Mann mit Anker-Tätowirung am Arsch eine kostbare Fracht, gehüllt in weissen Tüll, an Land rudert.
Samstag, 12. Juli 2008
Von blutigen Köpfen und Geburtstagshochzeiten
Vorgestern habe ich meine Haare gefärbt. Mit L'Oréal Préférence Kirschrot, wobei ich mir die Farbe immer anhand des Schönheitsgrades der Packungsdame aussuche. Frau Kirschenrot hat also die Wahl gewonnen und landete zu zwei Dritteln auf meinem Kopf und zu einem verteilt auf Waschbecken, Boden, Badewanne und Spiegel. Jedenfalls kriegte ich einen kleinen Schock, als sich der erste Spritzer des Tubeninhalts über meine Stirn schlängelte, er war BLUTROT. Konsistenz und Farbe waren so blutänlich, wie kein Theaterblut es jemals sein würde. Ich als Femme fand das natürlich eklig und versuchte, an etwas anderes zu denken, wie Kirsche zum Bespiel. Aber so mit der Zeit fand ich gefallen an dem Blut auf meinem Kopf. Ich sah aus wie frisch skalpiert, das Waschbecken, als hätten wir unsere Katze darin seziert und meine Hände, mit den L' Oréal-Qualitätshandschuhen geschmückt, als hätte ich gerade eine Brustoperation durchgeführt. Ich dachte mir die grauseligsten Geschichten aus, wärend das Blut aus der Tube über meinen Kopf quellte und während der halben Stunde Einwirkzeit hörte ich das erste Lied meiner Helmut Lohner Platte; den Walzer mit dem Refrain "Ich hab meine Tante geschlachtet". Und ich dachte an die Reines Prochaines, "ich würde gerne einmal jemanden sezieren und dann würde ich alle Organe rausnehmen und nach Grösse und Farbe ordnen." Für die Frauenhochzeit gestern habe ich meine dunkle Seite dann wieder etwas verdrängt und war ganz anständig. Wir haben gesungen und dann haben alle Gäste für mich gesungen, weil ich Geburtstag hatte und ich war ganz gerührt und Pianistin streifte mit dann doch noch den Papierring von der Zigarre über, obwohl sie mich nicht heiraten will, weil wir dann ja beide Sarah Zuber heissen würden und man uns gar nicht mehr voneinander unterscheiden könnte. Nun schaue ich auf unseren frischbepflanzten, verregneten Innenhof und fluche und drohe Petrus, ich werde ihn skalpieren wenn er mir nicht sofort meinen Sommer zurück gibt.
Donnerstag, 26. Juni 2008
Promischnittchen
So langsam gehts aber los, du... Schnittchen werden nun nicht nur in der Regenbogenwelt erkannt und angesprochen, nein, sogar auf offener, heterosexueller Strasse! Und das auch noch in Zürich. Und als ich dann Christoph ganz aufgeregt erzählt habe, dass mich am Bahnhof soeben ein Fan angesprochen hatte, meinte er nur:" Ein Holland-Fan? Oder ein ACDC-Fan?". Nein, kein Fussballfan, du Dödel! Ein richtiger, waschechter, gepuderzuckerter Schnittchen-Fan. Seit dem zeige ich mich an öffentlichen Orten nie mehr ohne Sonnenbrille. Was praktisch ist, da ja nun endlich auch der Sommer eingetroffen ist und ganz egal was nun passiert, es ist wie beim Spiel Spanien- Italien: Der Rasen ist schuld! Ansonsten schneiden Schnittchen grad flessig ihr Demoband für die Künstlerbörse zusammen und freuen sich sehr über ihr erstes grosses Engagement am 9. Januar 2009 im Alten Schlachthaus in Laufen. Und ja, ich gehe dahin, obwohl ich Vegetarierin bin und möchte bitte keine Anspielungen diesbezüglich mehr hören. Schliesslich hat da auch unser Schutzengel Frau Buddecke schon gespielt und Michael von der Heide, mein zukünftiger Verlobter. Und schliesslich bin ich immernoch die Schnitzelprinzessin und habe soeben Kürbiskernöl für mich entdeckt. Unser Disney-Balkon wurde dank der Ständerlampe zum paradiesischen Sommernachtstraum und unser neuer kleiner, roter Untermieter verbringt jede Nacht in meinem Bett. Es hat sich also doch gelohnt, es ins Parterre zu versetzten. Es lebe der Sommer, das Kürbiskernöl und unser zürcher Fan!
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