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Von Spitzen und Bahnen
Endlich!! Pianistin ist wieder da! Jetzt geht das Leben wieder los und ich hab gemerkt; ich kann eben doch nicht allzu lang ohne sie sein.
Vermicelles im Globuscafé zum Frühstück, Musik ab Kasette im Schnittchen-Transport, kreative Energie bis zum Überschäumen und natürlich ganz, ganz viele Männer! Darauf musste ich so lange verzichten.
Nun, die Schnittchen haben realisiert, dass so viel Zeit gar nicht mehr vergehen muss bis zur Premiere useres ganzen Progrmms und haben sich ins Fudi gekniffen. Schliesslich brauchen wir für den zweiten Teil was Nettes zu Anziehen!
Soviel wird schon mal verraten: Pianistin wird ein goldenes, Sängerin ein rotes Schnittchen werden. Schnittchen haben sich also aus diesem Grund mit einem ihrer nahen Verwandten auseinandergesetzt: Dem Schnitt-Muster. Diese riesige Papierfläche mit den vielen verscheidenfarbigen durchegzogenen und gestrichelten Linien (für Sportler: man kann es mit einem Turnhallenboden vergleichen) hat uns gleich total fasziniert und bei genauerem hinkucken hat Pianistin sogar die Autobahn von Basel nach Laufen darauf erkannt. Und - unserer Intuition sei Dank - wir langen mit "Bahn" gar nicht mal so falsch. Bahnen spielen nämlich eine wichtige Rolle beim Schneidern von Abendkleidern und wenn man Spitzen unten annähem möchte, dann können sie ein Grund dafür sein, dass das nicht geht. Warum genau haben wir zwar noch nicht verstanden, aber wir begnügten uns mit der Zweitantwort unserer Schneiderin: Spitzen unten sind völliger Gugus, weil man sie eh nicht sieht, wenn man am Klavier sitzt. Wie schade, arme Pianistin!
PS: Ich habe im Internetz noch ein sehr schönes Beispiel für ein Schnittmuster für einen Jonglierball gefunden. Wenn man die Teile nicht zusammennäht kann man sie auch als zwei Slipeinlagen verwenden (mit oder ohne Zugabe).

Verliebt in eine Krankenschwester
Bis anhin hab ich geglaubt, das höchste der Gefühle, was einer jungen Dame wie mir zustossen kann, wäre ein ungebremster Liebesrausch. Falsch. Der Samstag hat bewiesen; es gibt nichts Schöneres und Intensiveres als ein perfekter Chanson Abend mit einer gutaussehenden Schnitte. In diesem Falle war die Schnitte Michael von der Heide und ich hab mich vom Fleck weg in ihn verliebt.
Unsere erste Begegnung war auf dem Klo der Kulturscheune, beziehungsweise davor. Ich kam grad raus, er wollte rein (Ja, richtig es war ein gemischtes Klo), ich grüsst und er schaute mir mit einem anzüglichen "hallooooo!" nach. Ich war sehr geschmeichelt. Ich hatte natürlich den besten Platz von allen und zwar so, dass sich die Musiker für Auf- und Abtritte immer an mir vorbeiquetschen mussten. Und dann, nach dem ersten Teil passierte es: Meine Schnitte fasste mich an der Schulter und strahlte mich an. Ich hatte wärend dem ganzen Konzert ein unmögliches Grinsen auf den Lippen, mein Herzelein pochte und meine Augen waren permanent halb bewässert. Und das schöne dabei ist: Wenn sich eine Lesbe in einen Schwulen verliebt... dann... naja... ist sie ja eigentlich immernoch Homosexuell. Das müsste ich mal meiner Sprachlehrerin erklären.
Schnittchen krallte sich Michael natürlich direkt nach dem Konzert, wir unterhielten uns äusserst angenehm. Und als ich ihm dann ganz schüchtern unsreren Flyer in die Hand drückte mit dem Satz: "Geh doch mal auf unsere Homepage, wenn du magst...", meinte er nur "bini dänkch scho gsii!". Daraus schliesse ich, dass Pianistin und ich berühmt sind und das freut mich sehr. So und nun werde ich ihn anrufen und fragen, ob er mit mir auf Hochzeitsreise nach Venedig kommt....

Schnittchen räumt sein Leben auf
Ich habe gerade beschlossen, dass mein neues Jahr noch minderstens bis zum April hält. Das gibt mir nämlich immer wieder den Anstoss, neue Vorsätze zu fassen und in die Tat umzusetzten. Vorsätze wie: Mit dem Rauchen beginnen, mehr Fernsehen und weniger Sport treiben, konkret: Mir eine Pfeiffe kaufen und sie 2 mal im Monat anzünden, mich nicht zu sehr über das neue Fernsehgerät in Davids Zimmer aufregen, sondern mich drauf einlassen und nicht mehr so oft auf den Zug rennen müssen. So.
Die Pfeiffe hab ich mich noch nicht getraut zu kaufen, aber ich hab mich doch tatsächlich ein wenig von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" mitreissen lassen. Natürlich nur ein Wenig. David redet von nix anderem mehr und selbst bei mir kam vorgestern ein familiäres Wohlgefühl auf, als ich Dirk und Sonja auf der Titelseite der 20Minuten sah. Nun, wir haben uns den Gefallen getan und Davids Zimmer in ein Jungelcamp verwandelt, mit grüner Lichtschlange und einem Mond. Jetzt kann ich endlich meine Besucher durch ALLE Räume unserer Wohnung führen.
Und noch was hab ich heute, im neuen Jahr, erledigt: Ich hab allen Mist an alten Büchern und CD's im Internet zum Tausch angeboten. Haarsträubend, was sich da -gut versteckt hinter Zara Leander und Max Raabe- in meinen Regalen fand; von Eros bis Gölä ist alles dabei. Und das bei einer Diseuse! Wer den Gugus haben möchte, gehe einfach auf: http://www.exsila.ch
So, nun freue ich mich auf Michael von der Heide heute Abend und gehe neue Stoffblumen für mein Zimmer kaufen. Muss ja irgendwie mithalten mit dem neuen Jungel.

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